House of Finance, Campus Westend Frankfurt

Nutzung Nutzung als House of Finance inkl. allgemein zugänglicher Lehrbereiche, Verwaltung, Bistro, technische Dienste, Finance-Lab, Lehrbereich Executive-Teaching
Architekt Jan Kleihues und Norbert Hensel
Projektleiter Wettbewerb Christoph Achterkamp
Bauherr Land Hessen, vertreten durch Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vertreten durch Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main vertreten durch Hessische Baumanagement RNL Rhein-Main
Wettbewerb 2004, 1. Platz (Einstufiger, begrenzt offener, Realisierungswettbewerb als interdisziplinärer Architekten- und Ingenieurwettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren)
Planungsbeginn März 2005 bis August 2006
Leistungsphasen 1 - 9
Baubeginn Juni 2006
Fertigstelllung voraussichtlich August 2008
Baukosten ca. 16 Mio. €
Bruttogrundfläche ca. 12.300 m²
Nutzfläche ca. 7.300 m²
Bruttorauminhalt 48.200 m³

Kurzbeschreibung

Auf Grundlage eines vorgeschalteten städtebaulichen Wettbewerbs waren fünf Gebäude für den 1. Bauabschnitt des neuen Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt zu planen: das Institutsgebäude „House of Finance“, das Institutsgebäude für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, ein Hörsaalzentrum, die Erweiterung des bestehenden Casinos und ein Studentenwohnheim.

Das Wettbewerbsgelände ist durch das IG-Farben-Ensemble stark geprägt: die von Hans Poelzig entworfenen Gebäude zeichnen sich durch einen zur Stadt hin ausgebildeten Sockel, eine Kammstruktur mit Risaliten, die tektonische Ausbildung der Baukörper mit geschlossenen Gebäudeecken und aus einem monolithisch wirkenden Baukörper plastisch herausgearbeiteten Öffnungen aus.

Die Neuinterpretation dieser architektonischen Elemente bildet die Basis für unsere Entwurfsplanung zum Campus Westend.

Das Sockel-Thema wird an den neuen Institutsgebäuden fortgeführt, die an ihrer westlichen Seite zum tiefer liegenden und öffentlich zugänglichen Grüneburgpark einen durch größere Steinformate betonten, hervorstehenden Sockel erhalten. Das erhöhte Plateau des zentralen Campusgeländes auf der gegenüber liegenden Gebäudeseite kann dennoch aufgrund des Geländeversprungs ebenerdig erschlossen werden.

Die Parkarchitektur zieht sich zwischen den beiden angrenzenden Baukörpern bis an den zentralen Platz heran. Dort schafft ein Höhenversprung eine klare räumliche Trennung.

Die geometrische Grundrissorganisation des House of Finance und des Institutsgebäudes für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften kann an den ausgebildeten Risaliten abgelesen werden. Geschlossene Gebäudeecken und die Überhöhung der Attika greifen die Fernwirkung des Poelzig-Baus auf.

Die neuen Institutsgebäude erhalten eine Lochfassade, wobei die Seitenrisalite mit schmalen zweiachsigen Fensterelementen vertikal betont werden. Das Gebäudevolumen wird durch eine Schattenfuge gerahmt.

Das Casinogebäude nimmt eine Sonderstellung ein. Hier verbindet Poelzig die tektonische Ausbildung des Hauptbaukörpers mit den Möglichkeiten einer vorgehängten Natursteinfassade, wie sie beim IG-Farbenhaus erstmals zur Anwendung kam. Unser Entwurf zum Anbau des Casinos greift die Symmetrie und Stereometrie des bestehenden Gebäudes auf und interpretiert sie neu.

Die auf der Mittelachse des neuen Campusgeländes platzierten Baukörper sind in Struktur und Organisation zentral angelegt und ruhen so in sich.

Die Bandbreite der verwendeten Natursteine reicht von dem von Hans Poelzig eingesetzten Cannstatter Travertin bis zum Trosselfels. Die Farbigkeit des Poelzig-Baus soll dabei jedoch nicht übertroffen werden.