Maritim Kongresshotel Berlin - Shellhaus Quartier
Adresse Stauffenbergstraße, Berlin-Tiergarten
Nutzung 4-Sterne-Plus Hotel mit Kongresszentrum und Tiefgarage (1000 Betten)
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Viterra Development GmbH
Wettbewerb 2000, 1. Preis
Planungsbeginn 2000
Baubeginn Januar 2000
Realisierung Juni 2003 bis August 2005
Baukosten 100 Mio. €
Bruttogeschossfläche 65.000 m²
Kurzbeschreibung
In unmittelbarer Nähe zum Kulturforum und Potsdamer Platz entstand das neue Hotel und Kongreßzentrum der Maritim-Gruppe an der Stauffenbergstraße im Berliner Bezirk Mitte-Tiergarten.
Das ca. 12.000qm große Grundstück befindet sich im so genannten „Shellhaus-Quartier“, eingebettet zwischen dem denkmalgeschützten Shellhaus am Landwehrkanal, dem Verteidigungsministerium mit der nationalen Gedenkstätte „Bendlerblock“, dem Wissenschaftszentrum, den Botschaften und der Gemäldegalerie. Die umliegenden Bauten spiegeln in ihrer Vielfältigkeit die wesentlichen architektonischen Strömungen des 20. Jahrhunderts wider. Das heterogene Umfeld stellt dabei die Besonderheit des Ortes dar.
Der Hotelneubau des Architekten Jan Kleihues fügt sich als ordnendes Element in dieses Umfeld ein, indem das Gebäude zusammen mit dem bestehenden Shellhaus des Architekten Emil Fahrenkamp einen Block, ein Ensemble bildet.
Das Hotel der Kategorie Vier-Sterne-Plus verfügt über 505 Zimmer, einen Wellnessbereich mit Schwimmbad, ein Restaurant, eine Bar, ein Bistro mit Terrasse, rund 5.365 qm an individuell teilbaren Konferenzflächen sowie eine zweigeschossige Tiefgarage mit 478 Stellplätzen.
Das einzigartige an diesem Hotel sind die beiden großzügigen, zweigeschossigen Veranstaltungssäle, die Sitzplätze für bis zu 5.500 Personen bieten. Dank flexibler Trennwände können die Säle unterteilt oder um zugehörige Foyerbereiche erweitert werden. Darüber hinaus können beide Säle zur zweigeschossigen Hotelhalle hin geöffnet werden und somit zu einer einzigen, zusammenhängenden Veranstaltungsfläche verschmelzen. Der kleinere der beiden Säle wird über großflächige Oberlichter im Dach mit natürlichem Tageslicht versorgt. Im großen Saal sorgt eine zweigeschossige Fensterfront zur Hitzigallee für Tageslicht und Ausblick Richtung Potsdamer Platz. Trotz der enormen Baumasse von bis zu 10 Geschossen und oberirdisch 42.000 qm wird der Neubau behutsam in seine Umgebung eingefügt. In der Stauffenbergstraße werden Traufkante und Bauflucht des Shellhauses aufgenommen und weitergeführt. Ein quer zur Straße angeordneter Turm vermittelt zwischen Neubau und Shellhaus. Zugleich markiert der Turm den Haupteingang des Hotels.
Am Haupteingang in der Stauffenbergstraße überdacht ein weit auskragendes Vordach die gepflasterte Vorfahrt für PKW. Busse können über den Gehweg bis an die Kante des schützenden Vordachs heranfahren. Hier steht auch die große, als Naturdenkmal erhaltenen Platane. Gebäude und Vordach weichen hier respektvoll zurück und binden so die Platane geschickt in die Eingangssituation des Hauses ein.
Auch in der Hitzigallee wird zunächst die Traufkante des Shellhauses aufgenommen. Die Fassade folgt dann in mehreren Rücksprüngen der schräg verlaufenden Hitzigallee und ist im größten Bereich auf eine Höhe von 12,80m begrenzt. Darüber liegende Geschosse werden zurückgestaffelt. So wird in angemessener Weise auf die Baukörper der Gemäldegalerie und der benachbarten Wohnbebauung reagiert.
Oberhalb der Veranstaltungssäle werden die weiten Dachflächen zwischen den Gebäudeflügeln als gärtnerisch gestaltete Höfe angelegt. Eine von fensterartigen Öffnungen durchbrochene Wandscheibe begrenzt die Höfe zur Hitzigallee.
Entlang der Hitzigallee und zum Shellhaus hin werden ebenfalls mit Naturstein gefasste Pflanzbeete angelegt.
Die Gestaltung der Natursteinfassaden orientiert sich am hochwertigen Vorbild des benachbarten Shellhauses. Die plastische Ausformulierung der Fassaden erfolgt nach zwei Prinzipien und unterstützt so die Gliederung des Baukörpers. Das so genannte „Nutprinzip“ umschließt den Turm und die dreigeschossige Sockelzone des Hauses. Es wird aus einer vorderen, flächigen Steinebene gebildet, die von horizontalen, tieferliegenden Nuten durchzogen wird. Die Gebäudeecken werden rund ausgeführt.
Einen Kontrast dazu bilden die zurückspringenden Zimmergeschosse mit dem so genannten „Federprinzip“. Hier liegt die flächige Steinebene zurück und doppelte horizontale Gesimsbänder stehen vor und bilden „Federn“ aus. Die Gebäudecken werden rechtwinklig ausgeführt.
Alle Fenster, Außentüren und Lüftungsgitter im Fassadenbereich werden mit einheitlichen, schlanken Rahmenprofilen und in einer optisch einheitlichen, anthrazitfarbenen Beschichtung ausgeführt.