Wohn- und Geschäftshaus Leipziger Platz 14, Berlin
Adresse Leipziger Platz 14
10117 Berlin-Mitte
Nutzung Wohn- und Geschäftshaus mit Läden und Tiefgarage
Architekt Jan Kleihues
Bauherr DG Immobilien Projekt GmbH & Co. Leipziger Platz 14 KG für
die Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG
Wettbewerb 1998 Realisierungswettbewerb, 1. Preis
Planungsbeginn 1998
Realisierung 1999 - 2001
BGF 8300 m²
Baukosten 10,5 Mio. €
(inklusive Nebenkosten)
Die städtebaulichen Vorgaben sehen eine Wiederherstellung der historischen Form des Leipziger Platzes vor, in der sich die einzelnen Gebäude der klaren Geometrie des Platzes unterordnen.
Für den Entwurf des Wohn- und Geschäftshauses wurden diese Vorgaben als Chance begriffen, ein Stück öffentlichen Raum zu schaffen, dessen Fassadenvielfalt sich für den genau Hinschauenden eröffnet.
Der Baukörper am Leipziger Platz ist in 6 Normal- und 3 Staffelgeschosse gegliedert, an der Voßstraße in 6 Normal- und ein Staffelgeschoß; der Seitenflügel hat 7 Normalgeschosse.
Die Fassade zeichnet sich durch eine stringente, der Funktion auf unka-priziöse Weise entsprechende Proportion geöffneter und geschlossener Flächen aus. Das Relief der Fassade und die Größe der einzelnen Elemente bewirken einen großstädtischen Charakter, der durch Solidität der Materialien und die Details untermauert wird. Die Fassade gehorcht streng dem Prinzip der Grundgeometrie, der Symmetrie über die Diagonale und einem daraus entwickelten Motiv des Geflechtes. Das Flechtwerk wird durch das Fugenbild sichtbar gemacht.
Die Eingangshalle auf der Seite des Leipziger Platzes entspringt der oben genannten Geometrie und hat infolgedessen in Grund- und Aufriss identische Dimensionen; es entsteht ein Kubus.
Die Differenzierung Sockel/Schaft/ Staffelgeschosse findet Deckung mit der Funktionsverteilung Einzelhandel/Büro/ Wohnung.
Um ein ausgeglichenes Raumklima zu erreichen ist die Geschoßdecke, die als Speichermedium dient, freigelegt, so daß das Gebäude durch Ausnutzung der Nachtkühle entwärmt werden kann. Um dies zu fördern, ist die Fassade mit Kastenfenstern, deren Zwischenraum permanent hinterlüftet ist, ausgebildet. Der Sonnenschutz befindet sich zwischen den Fensterebenen, ist somit witterungsgeschützt und beeinträchtigt nicht das ruhige Fassadenbild.
Jan Kleihues