Galeria Kaufhof am Alexanderplatz Berlin

Adresse Alexanderplatz 9 Berlin, Berlin-Mitte
Nutzung Umbau und Erweiterung eines Warenhauses
Architekt Prof. Josef Paul Kleihues
Bauherr Kaufhaus Warenhaus Am Alex GmbH
Planungsbeginn 2003
Realisierung 2004 bis Sommer 2006
Bruttogeschossfläche 75.000 m²
Bruttogeschossfläche 71.022.000 €
Leistungsphasen 2-4, Teile von 5, 6, künstlerische Oberleitung

Der Kaufhof am Alexanderplatz blickt auf eine ähnlich wechselhafte Geschichte zurück wie seine Umgebung.

Der Ursprung des Warenhauses am Alexanderplatze geht auf das am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Warenhaus Hermann Tietz zurück, das an ähnlicher Stelle wie der jetzige Baukörper stand. Nach Enteignung der Gründerfamilie Tietz, der Beschädigung im Zweiten Weltkrieg und schließlich des Abrisses in den sechziger Jahren wurde auf neuem Stadtgrundriss der Gesamtkomplex Alexanderplatz mit dem Centrum-Warenhaus im Zeitgeist der 70´er Jahre errichtet. Dazu passend wurde das Platz prägende Kaufhaus mit einer Netzfassade aus geformten Aluminiumblechen verkleidet.

Das Centrum-Warenhaus wurde nach der deutschen Einheit Teil der Kaufhof AG, und es begannen die ersten Umbaumaßnahmen. Ein Masterplan von 1993 schaffte ein neues städtebauliches Gerüst, mit dem Ziel, dem Alexanderplatz einen städtischen Maßstab zurückzugeben und die Bebauung zu verdichten.

10 Jahre später stellte Prof. Josef P. Kleihues den Entwurf für den jetzigen Umbau und die Erweiterung des Kaufhof-Gebäudes vor. Der Umfang der Baumaßnahmen ist so groß, dass von einem Neubau gesprochen werden müsste.

Das Umbaukonzept sieht vor, das Haus zum Platz hin um 25 m zu erweitern. Technik und Verwaltung, die bislang das 4. und 5. Obergeschoss belegten, werden in einem neuen Staffelgeschoss untergebracht. Damit können diese beiden Geschosse als zusätzliche Verkaufsflächen gewonnen werden. Bei laufendem Betrieb wird die gesamte technische Infrastruktur im Innern des Gebäudes abgebrochen. Die neuen Treppenhäuser und Schächte werden an die Gebäudelängsseiten gelegt, so dass eine klar strukturierte Verkaufsfläche von der Größe eines Fußballfeldes entsteht. Das Zentrum des Hauses bildet das von einer Kuppel gedeckte, Licht durchflutete Atrium mit der Fahrtreppenanlage.

Die Nutzungen werden horizontal übereinander geschichtet und gliedern sich in folgende Hauptbereiche:

2. UG Haustechnik, Lüftung, Lager
1. UG Warenanlieferung, Lebensmittellager und Vorbereitung, Technik, Personalgarderoben
EG Verkauf, kleinere Shops an den Gebäudelängsseiten, Lebensmittelabteilung im Bereich Karl-Liebknecht-Str.
1.-3. OG Verkauf
4. OG Verkauf und Personalkantine
5. OG Verkauf und Restaurant
6. OG Verwaltung + Technik

Der Charakter des Hauses wird durch die neue Fassade bestimmt, einer modernen Interpretation klassischer Warenhaus Architektur, mit großen Eingängen, einem zweigeschossigen Sockel und plastisch gegliederten Natursteinflächen.

Obwohl im Innern in erster Linie Wandflächen für die Präsentation der Waren benötigt werden, konnten zu allen Seiten hin große Fensterflächen realisiert werden.

Mit dem Entwurf für den Kaufhof erhält der Alexanderplatz ein Stück Stadt zurück, ein großes modernes Warenhaus, das selbstbewusst zwischen seinen Nachbarn steht.