Hotel Concorde Augsburger Straße Berlin
Adresse Augsburger Straße 41, 10789 Berlin
Nutzung 5 Sterne Hotel mit 311 Zimmern, Bankettsaal, Konferenzräumen, Restaurant, Wellnessbereich, Bar sowie Büroflächen, Wohneinheiten, Läden und Tiefgarage
Planungsleistung Hochbau und Interior Design
Architekt Jan Kleihues
Bauherr Grothe Immobilien Projektierungs KG
Planungsbeginn 1999
Realisierung November 2002 bis Oktober 2005
Bruttogeschossfläche 45.000 m²
Baukosten 67,5 Mio. €
Kurzbeschreibung
Für ein Baugrundstück an der Augsburger Straße in Berlin, am Schnittpunkt von Kurfürstendamm und Joachimstaler Straße, war ein 5 Sterne Plus Hotel zu entwickeln. Das neue Gebäude soll neben 311 Gästezimmern auch hoteleigene öffentlichen Bereiche wie Konferenzräume, ein Bankettsaal, eine Bar und ein Restaurant aufnehmen. Außerdem sind unabhängige Funktionen wie Läden unterzubringen, sowie Büromietflächen, Wohnungen und ein Spa in den oberen sechs Etagen.
Das Grundstück weist eine konträre städtebauliche Situation auf: Einerseits ist das Gebiet durch die für Berlin typische Blockrandbebauung mit einer Traufhöhe von 22,5 m geprägt, andererseits durch die um den Joachimstaler Platz gruppierten, solitärartig aus dem Block wachsenden, hohen Baukörper des Allianzgebäudes, des Viktoriaareals und des Swisshôtels.
Das Äußere des Neubaus bringt diese Diskrepanz in ein kompositorisches Gleichgewicht: Der Entwurf reagiert auf die beiden gegensätzlichen Größen mit der Weiterführung des Blockes, als dessen Bestandteil sich der Bau versteht, und der auf die Gebäudespitze bezogenen Symmetrie, die dem Baukörper eine seiner Größe angemessenen Eigenständigkeit verleiht. Die skulpturale Eigendynamik des Gebäudes entwickelt sich innerhalb dieses „Korsetts“ des Blockes und der durch die Solitärbauten vorgegebenen Gesamthöhe.
Der gleichmäßige Rhythmus der Fassaden unterstreicht die skulpturale Wirkung des Baukörpers. Wie Höhenlinien umfahren die profilierten Brüstungsbänder das Gebäude. Das herkömmliche Prinzip von Vorder- und Rückseite wird aufgehoben.
Als Konsequenz aus dem skulpturalen Ansatz folgt eine Vielzahl unkonventioneller Detaillösungen sowohl für Fenster- als auch Natursteinelemente. Jegliche Form der Segmentierung, die den gleichmäßigen Fluss der horizontalen Bänder stören würde, wurde prinzipiell verworfen.
Im Innern des Gebäudes wird die Vernetzung der Funktionen thematisiert: Einerseits sind die jeweiligen Räume der öffentlichen Bereiche in ihrer Gestaltung in sich zentriert, symmetrisch angelegt und dadurch klar definiert, andererseits gehen die einzelnen Bereiche fließend ineinander über, so dass die Gesamtheit des Gebäudes wahrgenommen werden kann. Die Vielfalt der Funktionen innerhalb des Hauses ordnet sich der auf Einheitlichkeit ausgelegten äußeren Erscheinung unter.
Die Inneneinrichtung sollte schlicht, elegant und zeitlos wirken, also auch noch in 20 Jahren modern sein. Ein perfekter Rahmen für Werke zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Grothe, die im ganzen Haus Akzente setzen.
Möbel (z. B. Sessel für die Firma Walter Knoll), Lampen (Spectral), Türklinken (Valli & Valli) und sogar Teppiche wurden eigens für das Hotel entworfen.
Die verwendeten Materialien sind Nussbaum, geräucherte Eiche, Corean und Carrara Marmor.