Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
Adresse Wilhelmstraße 49
Mauerstraße 45 - 52
Mauerstraße 53 (Kleisthaus)
Berlin-Mitte
Nutzung Umbau sowie Neubau des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung, heute Bundesministerium für Gesundheit und Sicherung
Architekt Josef P. Kleihues mit Norbert Hensel
Bauherr Bundesrepublik Deutschland vertreten durch das Bundesministerium für Verkehrs-, Bau- und Wohnungswesen
Planungsbeginn 1996
Baubeginn August 1997
Fertigstellung 1. BA Juni 1999
2. BA April 2000
Kleisthaus Juli 2000
BGF 38.716 m²
Baukosten 63,5 Mio. €
Das 1935 vom Architekten Reichle errichtete Regierungsgebäude
wurde während der Zeit des Nationalsozia-
lismus als Reichspropagandaminis-terium und nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst
als Bürogebäude des Nationalrates der Nationalen Front und danach
als Ministerium für Medienpolitik der DDR genutzt. Dieses, durch seine
Geschichte belastete Gebäude, galt es unter Berücksichtigung aller
funktionalen Ansprüche, welche man mit einem modernen Bürogebäude
verbindet, als Sitz des BMA herzurichten.
Der vorgelegte Entwurf beinhaltet die Herrichtung des Haupthauses und die Umnutzung des langgestreckten südlichen Hofbereiches in eine glasgedeckte zentrale Halle, welche nicht nur das Haupthaus erschließt, sondern auch eine räumlich und funktional attraktive Verbindung zum Kleisthaus herstellt.
Leitgedanke Die Auseinandersetzung mit der geschichtlich belasteten und atmosphärisch zum Teil bedrückenden Bausubstanz ist eine politische wie auch eine architekturtheoretische und künstlerische Herausforderung, die man nur bestehen kann, indem man eine architektonisch und atmosphä risch neue Identität schafft, ohne das Geschichtliche vergessen zu machen. Eine kritische Auseinandersetzung ist und bleibt in diesem Sinne eine Gratwanderung. Daher kommt der hell und modern gestalteten Halle besondere Bedeutung zu, als Entree des BMA ist sie Bild der Offenheit unserer Gesellschaft und eine Architektur, welche dem Gesamtensemble ein Stück neue Identität vermittelt. In diesem Zusammenhang ist die Umwandlung des Kleisthauses, dem ehemaligen Bankhaus von der Heydt, als Informations- und Besucherzentrum die Chance, dieses Konzept einer neuen Identität zu unterstützen.
Josef P. Kleihues